Bahngedanken

dietintenfisch ©

Ich sehe aus dem Fenster; die Türe geht von selbst auf und zu; es steigen Amerikaner ein. Hinter ihnen sitzen zwei Frauen. Eine jünger, eine älter; Mutter und Tochter? Die Ältere klammert sich an den Arm der Jüngeren; ihre Schminke ist verschmiert. Eine arabisch sprechende Familie steigt ein, man hört jetzt oft arabisch. Das macht die Stadt irgendwie bunter. Die Amerikaner steigen aus, ein Mann mit Hund steigt ein. Er setzt sich den zwei Frauen gegenüber. Beim Hinsetzen berühren sich einen Moment sein Fuß und der Fuß der jüngeren Frau. Der Hund legt sich zwischen den sechs Beinen auf den Boden. Die arabisch sprechende Familie unterhält sich angeregt, nicht laut, aber laut genug, dass ich sie hören kann. Der Sohn lacht und zeigt dabei seine Zähne. Die beiden Frauen steigen aus, erst als sie mir den Rücken kehren, sehe ich, dass die Jüngere ein Loch im Kleid hat. Der Mann mit Hund spricht abwechselnd deutsch und französisch mit seinem Tier, außerdem trinkt er Bier. Er riecht nach Zigaretten. Der Vater der arabisch sprechenden Familie gestikuliert energisch mit seinem rechten Arm, seine Frau schaut ihn aufmerksam an, die Kinder haben sich in ein Spiel vertieft, das mich an Schere-Stein-Papier erinnert. Zwei Stationen weiter steigen sie aus, ich bin mit dem Mann und seinem Hund alleine. Mein Französisch ist zu gebrochen, um zu verstehen, was er zu ihm sagt. Eine Station weiter muss ich aussteigen, ich drehe meinen Kopf zu dem Hund, er sieht mir in die Augen. Ich glaube er lächelt.

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